Am Königsweg/Endsieg: Jelineks kritisches Theaterstück

Am Königsweg/
Endsieg

von Elfriede Jelinek

„Haben Sie schon gewählt? Wir haben schon, vielen Dank. Morgen kommt ein andrer dran, es wird allerdings eine Weile dauern, bis morgen ist.“ Als Donald Trump 2016 zum 45. Präsidenten der USA gewählt wurde, begann Elfriede Jelinek den Theatertext „Am Königsweg“ zu schreiben. Darin treten eine Reihe tragikomischer Figuren auf: ein korrupter König, der mit Immobilien, Golfplätzen und Casinos ein Vermögen erzielt hat. Eine blinde Seherin, der angesichts dessen Aufstiegs die Augen bluten. Und viele weitere Blinde, die sich ungläubig empören, während der König neue Verhältnisse schafft. Seit der Veröffentlichung dieses Textes hat sich einiges in der Welt verändert. Rechtes Gedankengut ist, auch in Deutschland, in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Donald Trump wurde wiedergewählt und Anfang des Jahres 2025 als inzwischen 47. Präsident der USA vereidigt. Elfriede Jelinek schrieb daraufhin einen weiteren Text mit dem Titel „Endsieg“, in kritischer Anlehnung an den nationalsozialistischen Propagandabegriff. Darin beschreibt sie die Rückkehr des „alten neuen Königs“, der damit am Ende seines Königsweges angekommen scheint.
Seine Anhänger*innen, die ehemals Abgehängten, machen inzwischen die Mehrheit des Volkes aus, und dieses vertraut ganz darauf: „Der König wird alles richten.“ Die Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek gehört zu den bedeutendsten Autor*innen der Gegenwart. Ihre Theatertexte sind Wortfluten, die ungefiltert und assoziativ gesellschaftspolitische Verhältnisse dekonstruieren und den Finger in die Wunde aktueller Krisen legen. Die junge Regisseurin Alina Fluck verbindet Jelineks Texte in einer eigenen Fassung und inszeniert sie in der intimen Atmosphäre der Spielstätte ADA.

REGIE Alina Fluck
BÜHNE & KOSTÜM Marleen Johow
MUSIK & VIDEO Oskar Smollny
DRAMATURGIE Katharina Rösch

MIT Mansur Ajang, Christopher Heisler, Silvia Weiskopf

Premiere 20.09.2025, Theater Essen

Fotos: Fatih Kurçeren

Presse

Oskar Smollnys Musik trägt dazu bei, dass die Inszenierung sogartige Kraft entwickelt.“ - Dietmar Zimmermann, Rheinische Post, 23.09.2025

„Und weil Oskar Smollny, dessen Musik von Ambient über Angejazztes bis zu Techno und mehr das Geschehen stimmig illustriert, auch einen Schlager kredenzt, kann [Christopher Heisler] auch als Sänger glänzen.“ - Sven Thielmann, WAZ, 22.09.2025

„[Eine] humorvolle Auseinandersetzung mit der Gegenwart, die schwer erträglich ist, nachdenklich stimmt, aber dann doch ein vollendetes Theater-Erlebnis ist.“ - Frank Blum, StadtSpiegel, 24.09.2025

© Oskar Smollny 2026. Alle Rechte vorbehalten.

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